Wie dankbar bin ich eigentlich?
Ich komme mir zwischendurch ziemlich dankbar vor, aber im
Nachhinein betrachtet befinde ich mich in diesen Situationen auf einem
Hochsitz. Ich begreife nicht wirklich, worum es geht. Ich sehe nicht viel
Bewahrung, weil ich mein Augenmerk darauf lenke, wo ich vermeintlich alleine
meine Spuren in den Sand gedrückt habe.
Umso überwältigender ist ein Moment des Realisierens. Der
Aufmerksamkeit auf die Tiefe der Spuren und dem Bemerken, dass diese nicht von
mir stammen können. Meine Füße sind viel kleiner und meine Abdrücke um Längen
nicht so tief.
Ich möchte weinend auf die Knie sinken und um mehr SICHT
bitten. Und vor allem auch um mehr NachSICHT. Mein Denken und meine
Aufmerksamkeit sind so klein und eingeschränkt, und ich maße mir an, mich auch
noch zu beschweren? Alle diese Fehler, die mich an Abgründe bringen, alle diese
sind selbstverschuldet. Und dennoch lasse ich Bitterkeit zu und versuche die
eigene Unzufriedenheit auf ein unschuldiges Ziel zu lenken.
Wie dankbar bin ich also eigentlich?
Ich bin erschreckend undankbar. Jeden Tag, jede Stunde, jede
Zeit. Ich beweihräuchere mich selbst und klopfe mir anerkennend auf die
Schulter, wenn ich „Danke“ sagen kann und stehe dabei im Schatten und lasse das
Licht nicht an mich heran. Wo bleibt da die Demut? Die EinSICHT, dass ich nur
für einen atomaren Teil dankbar bin, weil ich die Fülle durch Egoismus und
Eingeschränktheit ignoriere?
Wie dankbar bist du? Klopfst du dir auch manchmal mit der
vermeintlich fremden Hand auf die Schulter, wenn du vorher selbst drauf saßt
und sie nur zur Fremden machtest? Bist du aufmerksam genug, um auch größere
Teile von Dankbarkeit ausdrücken und zulassen zu können?
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