Mittwoch, 4. Dezember 2013

Scherbenchaos


Tap tap tap

Es war das unverkennbare Klatschen von nackten Fußsohlen auf das unerbittliche Pflaster, das in der Nacht verhallte. Die, die es hören konnten, schlossen die Vorhänge vor den Fenstern zu und das Geräusch damit zu gleicher Zeit aus.

Tap tap tap

Sie lief und lief. Ihre Füße fast an der Grenze zu zerschunden und blutig. Ihr Blut schnell und rauschend in ihrem Körper, ihren Ohren, laut und hörbar, ungleichmäßig. Sie keuchte. Sah ihren eigenen Lebensodem wie feinen Nebel vor ihrem Gesicht auftauchen und schnell wieder verschwinden. Schritt für Schritt ließ sie ein Stück von sich selbst hinter sich zurück. Ihre Lunge brannte, suchte gierig und verzweifelt nach genug Luft, um die Kraft zu behalten. Ihre Füße schmerzten, doch sie lief ungnädig weiter. Ließ den Schmerz hinter sich, verlief den Schmerz ihres Körpers, den Schmerz ihrer Seele in der Dunkelheit. Langsam ging der Mond hinter ihr auf, tauchte die unwirkliche Szenerie inmitten einer glasigen Winternacht in eisiges Unlicht. Gegen den Himmel erhoben sich die Zweige des nackten Waldgeästs vor der Stadt wie überlange, suchende Hände.

Tap tap tap

Der Nebel ihres Atems verband sich mit dem Nebel, der über den Boden kroch. Er griff mit seinen kalten Dunstfingern nach ihren Haaren, ließ sie gehen und doch nicht los. Er war überall, in ihr, auf ihr, unter ihr. Unaufhaltsam trugen ihre Beine sie weiter. Der Schmerz grenzenlos und doch bald unspürbar. Verdrängt, versteckt, überlagert von den Schmerzen in ihrem Innersten. Jede Faser schrie in die Nacht, schrie nach Erlösung, schrie Hoffnung, schrie nach dem Licht, das schon so lange fort war. Eine Seele in Scherben, ein Herz in Stücken, das Innerste ein einziges Scherbenchaos.

Tap tap tap

Sie ließ die Menschensiedlung und den nachtgetränkten Wald hinter sich, floh über leere Einöden, wohlwissend und bestimmend, wohin ihr Weg sie führen würde. Ihr Ziel in greifbarer Nähe und doch noch so fern. Der Mond schien zu lächeln, wies ihr den Weg, doch anteilnahmslos und kalt. Der Frost legte sich über den Nebel, ließ ihn verschwinden, versinken in kristallinen Formen und Farben, legte sich auf sie, betäubte den äußeren Schmerz noch mehr, nahm jegliche Empfindung von ihr. Für einen Moment herrschte Erleichterung in der ganzen Ebene, bis das

Tap tap tap

Die Stille des Untages wieder zerriss. Es war das unverkennbare Klatschen von nackten Fußsohlen auf dem gefrierenden Boden des gelebten Tages. Schritt für Schritt ließ sie etwas von sich zurück. Verlor sich im stetigen Rhythmus des Laufens, dem Rhythmus ihres Keuchens und dem lauten Pochen des eigenen Pulses im kochenden Lebenssaft ihrer Adern. Alles verband sich zu einer einzigen Lebensmelodie, traurig, melancholisch, sehnsüchtig. Es schwoll in der Luft an, erreichte unhörbare Atmosphären und verhallte doch unbemerkt und ungehört. Der stumme Schrei ihrer zerbrochenen Existenz. Ein ewiger Kreislauf, den sie zu durchbrechen suchte. Sie lief weiter.

Tap tap tap

Begleitete sie treu den ganzen Weg über, gab ihr die Kraft weiterzugehen, auch wenn es gleichzeitig die Kraft nahm. Umgarnte sie, umgab sie, verhüllte ihre Gestalt in frostiger Klarheit unter den leuchtenden Gestirnen höherer Sphären. Streiflichter einer dunklen Vergangenheit umflogen de Kopf gegen den Himmel, krochen zäh aus ihren Poren, blieben an der kalten Oberfläche. Fielen ab, fielen zu Boden und blieben zurück. Sie lief und legte alles ab, weswegen sie rannte. Wurde zum bloßen Sein einer nackten, gebrochenen Existenz, ein Wesen ohne wirkliches Bewusstsein. Sie wusste, dass sie rannte, weil es etwas gab. Weil es etwas gegeben hatte. Etwas, das ihr das Leben geraubt hatte. Das sie tot zurückließ. Tot und geschunden.

Tap    tap                tap

Ihre Schritte verlangsamten sich. Unverkennbar das Klatschen nackter Fußsohlen auf nun mehr felsigem Grund. Das Ziel kam immer näher, ihr Mut brach sich Bahn. Fast mit Genuss legte sie die letzte Entfernung hinter sich, erreichte ihr Ziel und fiel.
Während des Fallens legte sich ein Lächeln von Erleichterung auf ihr Gesicht.
Die Erlösung war erreicht.
Endlich.

Tap tap tap

Montag, 2. Dezember 2013

Love = Risk.


Heute den wunderschönen Satz „And you'll never fall in love if you don't risk it all.” gelesen. 
Stimmte mich nachdenklich. 
Auf welche Art von Liebe können wir das beziehen?
Ist es für jede Liebes-Art adaptierbar?
Ich weiß, dass ich gar nicht erst anfangen kann, etwas in der Art zu empfinden,
wenn ich mich nicht auf eine bestimmte Weise dafür öffnen kann. 
Und ist das Öffnen des Selbst, das Offenbaren des Inneren, nicht ein Risiko?
Jedes Mal, wenn wir uns ein bisschen mehr ER-öffnen, riskieren wir Verletzungen, Enttäuschungen. Und sei das einen einzelnen Menschen  oder wenn wir argumentieren, erzählen, Erfahrungen teilen, einer Gruppe gegenüber.
In allem, was wir sagen, kann sich jemand einen Aufschluss auf unser Inneres machen.
Und was teilen wir nicht alles leichtfertig?

Mittwoch, 27. November 2013

Ja, wann?


Je älter wir werden, desto mehr verlieren wir das Gefühl und den Blick für den Zauber.

Wann haben wir uns das letzte Mal erlaubt, dem großen Troll die Schnürsenkel zusammenzubinden?
Wann haben wir das letzte Mal die Lindwürmer in der letzten Wüste besiegt und vor allem unserer eigenen dunklen Seite den Kampf angesagt?
Wann haben wir das letzte Mal auf dem Rücken unter den Sternen gelegen und versucht sie zu zählen?
Wann haben wir das letzte Mal den Feen ihr Frühstück geklaut oder sind mit einem weißen Einhorn um die Wette gerannt?
Wann haben wir das letzte Mal den Wind verfolgt und einfach in den Himmel gegriffen?
Und wann waren wir das letzte Mal wirklich frei und sind auf die Reise gegangen?

Reicht hinauf und stehlt die Sterne!
Besiedelt den Mond und reitet auf den Wellen des Regenbogens!
Bekämpft Monster und Untiere und besiegt die Dunkelheit mit Licht.
Da draußen wartet eine Menge Fantasterei genau auf DICH.

Montag, 18. November 2013

Das kleine Alphabet


Alles anders
Bis bibelfest- breitausgebaute Bahn
Caffè Crema!
Dauergedröhne droben, drin
Energisch engagiert
Frisch- Fromm- Fröhlich?
Gegenwehr geht grausam gegen’s Gegenüber
Heute hüpft das Hartherz
Immer insgeheim
Jeder jubelt, jauchzt
Keiner kann’s kennen, kennt‘s keiner?
Lamento läuft längs links liegend lustigrunter
Meine Muse macht montags mau
Nachts nagen neue Nachgedanken
Oh, obendrein!
Plauschplatz pausiert penibel
QuerdenkerQual.
Richtige Richtung recht erRaten
Süßsäuselnder Sturmwind saust schnellstens südwestwärts
Tausend Talente talentlos trauernd
Um unverrichteten Unheils Urteil
Vom Vater verlassen?
Wutentbrannt -wie wird’s wohl weitergehen?
Zur Zeit zu.

Freitag, 15. November 2013

Nichts will ich mehr..


Im Schatten deiner Größe würd ich liegen
Den Kopf ganz sanft in deinen Armen wiegen
Befreit vom Alltag, Stress, der Last
Gedacht den Kopf von all der Hast
Das Atmen frei von allem Müssen
Mein Herz so voll von deinen Küssen
Erleichterung, die macht sich breit
Lunge zieht, Gefäße weit
Ich bin erfüllt von deiner Liebe
Und wenn ich etwas länger bliebe
Dann käm ich nimmer mehr zurück
Nichts Höheres, als dein Glück
Wie ewig würd ich dort, Herr, liegen
Den Kopf in deinen Armen wiegen.

Samstag, 2. November 2013

Eins der wirklichen 7 Weltwunder : Die Mutter.


Mütter.

Mütter sind Zauberwesen einer anderen Welt.

Mütter sind unendlich stark und weise und ihre natürliche Begabung äußert sich in schier grenzenloser Geduld und Mitgefühl. Auch wenn es nur ein aufgekratztes Knie ist. Oder ein eingerissener Fingernagel. Oder auch einfach nur die Frisur, die nicht so will, wie das eigene Hirn.

Mütter haben mindestens 8 Arme und 24 riesige Herzen mit so viel Liebe, dass kein Fehler jemals ausreichen könnte, dass sie nicht mehr liebhaben.

Mütter können in rasender Geschwindigkeit die wahnwitzigsten Dinge erledigen, ohne dass es jemand mitbekommt.

Mütter haben immer Zeit für kleine Wehwehchen und größeres Herzeleid, selbst wenn sich in der Küche Geschirr stapelt, das die Väter dort zurückgelassen haben und die dreckigen Beinkleider der Geschwister bis in die höchsten Höhen ragen.

Mütter sprühen vor totaler Kreativität und sind die besten Piratinnen/Hexen/Köchinnen/Feen/Beschützer/Tierhalter/Tierärzte/Puppendoktorinnen.

Mütter können einfach alles.

Und meine Mama kann das alles noch^10. Meine Mama ist nämlich die allerbesteste Feen-Mama vom Dach!

Sonntag, 27. Oktober 2013

Pure awesomeness

Es ist unglaublich, wenn man merkt, dass Papa einfach mal viel besser weiß, wann was wirklich dran ist!
Es geht siedend heiß ein ins Herz, es bleibt und setzt sich fest. Es stärkt und es rührt. Es bestärkt und berührt.
HALLELUJAH !

Mittwoch, 23. Oktober 2013

So ganz viel davon !

Vom ersten Augenblick an war es um mich geschehen.
Freundschafts-verliebt sozusagen.
Verwandte Seelen.
Wunderbar interessant-andersartige Herzenslichter.
Watteweich- verschroben- verrückt.
Das neuartige Ankommen auf eine unbekanntere Weise.
Und ich genieße jede Zeit mit euch.
Jede Sekunde, Minute, Stunde, einfach alles.
Ihr kommt an so viel Tiefes ran, das ich längst selbst verschüttet hatte.
Ungewillt, es ans Licht zu holen.
Und das Seltsamste ist : Ich vertraue euch.
Ich würde euch vermutlich früher oder später quasi alles erzählen.
Ich würde sogar jetzt schon durch das Feuer gehen, wenn es euch rettete.
Ich bin in euch dermaßen freundschafts-verliebt, das ist unbegreiflich.
Neu, unbekannt, unerforscht - ein wundervolles Gefühl!
Dankbarkeit in jeder Faser dafür, dass es euch einfach gibt.
Hier, mit mir.
An diesem bestimmten Ort.
IHR-SEID-WUNDERTOLLBUNT !!

Amen.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Laub, Forest, Laub !

Heute hat man sich dann einmal an den Arbeitseinsatz gewagt.
Und es war selbstredend gewagt gewagt!
Die 4 Stunden im Garten werden mir morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schnurrende Muskelkatze bescheren, die sich an meinen Gliedmaßen entlang schlängeln wird. Vom Laubrechen bis "Da ist doch was im Busch?" war so fast alles dabei. Aber tolle Menschen versüßen die Arbeit.
Und die ganz tollen Menschen, die leisten sogar Gesellschaft, auch wenn sie eigentlich gar nicht im Putzbereich eingeteilt sind und hören sich geduldig das ganze Gemecker an! (:
6 Stunden in der Woche, 5 sind abgearbeitet. Und trotzdem werde ich vermutlich jeden weiteren Tag an und mit den gleichen Dingen weitermachen müssen.
Halloo~ Burnout! Zur Feier des Tages gönn ich mir ein paar Griechisch-Vokabeln !!

Montag, 21. Oktober 2013

Kardiogramm


Badumm badumm

Wofür schlägt dein Herz?
Schlägt dein Herz?
Dein Herz?
Herz?

Was ändert den Rhythmus?
Was ändert die Melodie deiner Seele?
Was prägt dein Innerstes und aus welchen Einzelteilen setzt sich
die vollkommene Harmonie deines Lebens zusammen?

Herz?
Dein Herz?
Schlägt dein Herz?
Wofür schlägt dein Herz?

Badumm badumm

Sonntag, 20. Oktober 2013

Ab und an.


Manchmal mag ich es, dich einfach nur anzusehen, auch wenn du es nicht merkst.
Auch wenn ich nicht genau weiß, warum ich es überhaupt mag.

Manchmal wirkst du so vertraut und im nächsten Augenblick auch furchtbar fremd.

Egal, wie oft ich dich ansehe, ich entdecke immer wieder neue interessante Dinge in deinem Gesicht.
An deinen Händen. Deiner Haltung. Deinem Ausdruck.

Manchmal mag ich es eben, dich einfach nur in aller Stille anzusehen. Nichts zu sagen und dich nur zu beobachten. Dich still kennenzulernen, ohne alles in Worten ertränken zu müssen.

Du bist einzigartig. Faszinierend. Fremd und neuartig. Vertraut und wundervoll.

Als wenn es eine seltsamverbundene Tiefe in der Seelenebene gibt, die weder fassbar, noch erklärbar ist.
Es ist keine romantische Anziehung, es ist ein Verständnis bar jeden Begreifens.

Es ist keine Vernunft. Es ist keine Schwärmerei. Es ist keine Herzenssache.
Ich mag es einfach nur, dich anzusehen und mich Zuhause zu fühlen.